Gepostet von M. Lorenz am Jul 15, 2011 in Allgemein, Ausrüstung, Technik | 2 Kommentare
So war es zumindest vor knapp zwei Jahren, als die Nikon D700 die gute Nikon D200 in meiner Fototasche ablösen durfte.
Natürlich lagen Welten dazwischen, alleine schon wegen des Sensors. Und in Sachen Rauschunterdrückung hat sich auch einiges getan, so dass natürlich, v.a. im High-ISO Bereich, ein eklatanter Unterschied zugunsten der neueren Kamera zu sehen war.
Gleich wenige Tage nachdem ich die Nikon D700 in Empfang genommen hatte durfte sie sich bei einem Konzert bewähren. Ich war von den Socken!
Na ja, diese Begeisterung von damals hab ich zwar immer noch wenn ich diese wunderbare Kamera in die Hand nehme aber man hat sich auch ein Stück weit an diesen gewissen Komfort gewöhnt.
Oftmals werden einem gewisse Vorzüge erst dann wieder bewußt wenn sie einem fehlen.
Und genau so war es gestern abend. Zur Zeit ist meine Nikon D700 beim Service und es hat sich überraschend die Gelegenheit ergeben ein Konzert fotografisch zu begleiten.
So musste also die Nikon D200 wieder ran. Was soll ich sagen, Konzertfotografen von vor 5 Jahren genießen meine absolute Hochachtung! Wie habt ihr das gemacht… früher?
Vielleicht muss in meinem Fall der Spruch eben so lauten.
Denn am Nachmittag vor dem Konzert hatte ich mich mit Alexander darüber unterhalten und er hat mir spontan seine Canon EOS 60D für diesen Abend angeboten. Diese Kamera war nun wiederum neuer als meine Nikon D700 und ist eine jener Crop-Kameras welche seit ca. einem Jahr ebenfalls eine beachtliche High-ISO Leistung zeigen.
In der Kürze der Zeit konnte ich mich nicht wirklich mit der Kamera vertraut machen, war aber dennoch sehr froh über die High-ISO Fähigkeiten dieser Kamera und so hab ich den Abend ganz gut überstanden.
Noch vor Ort war klar, dass bei ISO 3200 Schluß ist. Da hatte ich meine Nikon D700 das erste mal vermisst, da wär bei gleicher Bildqualität noch ein bisschen mehr drin gewesen.
Trotzdem kein Vergleich zur Nikon D200, die konnte ich schon nach ner dreiviertel Stunde wieder wegpacken. So gesehen war ich wirklich sehr froh die Canon im Gepäck zu haben und so sind mir ein paar sehr schöne Fotos gelungen.
Aber wie war das doch gleich nochmal, erst wenn es weg ist vermisst man es…
Zuhause hab ich dann gleich mal recht Neugierig einen Blick auf die RAWs der Canon geworfen. Auf den ersten Blick war im Vergleich zu den Daten vom Kleinbildformat kein großer Unterschied auszumachen. Doch spätestens bei der Bearbeitung der RAWs habe ich meine Nikon D700 das zweite mal vermisst. Die Rohdaten der Nikon D700 haben einen deutlich größeren Spielraum als es die Daten der Crop-Kamera zulassen würden.
Bei der Canon 60D tauchen schon nach kleineren Veränderungen der Belichtung/Helligkeit (hier natürlich im Extrembereich von ISO 3200) Artefakte auf, die kaum mehr zu beseitigen sind.
Kurzum aus den Kleinbild-RAWs hole ich deutlich mehr Information als aus den Crop-RAWs.
Bevor nun jemand aufschreit, dies soll kein Aufruf zum Markenbashing sein und mir ist klar, dass das ein wenig wie der Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen ist. Auch kann man diese Erkenntnisse schon lange in diversen Kameratests nachlesen, trotzdem hat mich diese Erfahrung sehr beeindruckt, zählt man doch die D700 landläufig schon zum alten Eisen.
Meiner Meinung nach muss sich die D700 noch lange nicht verstecken… da soll auch eine Nikon D800 erst mal zeigen was sie kann!
Nächste Woche kommt sie vom Service zurück… ![]()
Nochmals vielen Dank!